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Berichte über das Jugendparlament

Peer-to-peer in die Zukunft

Beim Münchener Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) steht Jugend-Beteiligung weiter hoch im Kurs

Das „Juniorteam Europa“ der Forschungsgruppe Jugend und Europa am CAP feiert in diesem Jahr seinen elften Geburtstag. Grund zum Ausruhen gibt es allerdings nicht. In einer globalisierten Welt wird auch die Mitbestimmung Jugendlicher zu einem immer wichtigeren Gradmesser für eine funktionierende Gesellschaft insgesamt. Über die Chancen von Jugend-Partizipation sprach Marco Heuer mit Barbara Tham, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Jugend und Europa am CAP.

 

Frau Tham, was können Jugendparlamente heute leisten?

Jugendparlamente bieten die Möglichkeit, den politischen Diskurs zu fördern. Zum einen können die Jugendlichen politische Sachverhalte besser untereinander diskutieren, zum anderen wird auch der Dialog mit den Politikern angeregt. Wenn wir uns das Jugendparlament zur EU-Erweiterung anschauen, das Ende März im Bayerischen Landtag stattgefunden hat, sieht man: Die Jugendlichen haben sich in konzentrierter Form mit einem doch sehr komplexen Thema auseinandergesetzt. Sie haben einen eigenen Standpunkt formuliert und unterschiedliche Sichtweisen miteinander diskutiert. Wichtig ist, dass die jungen Menschen auch Gelegenheit erhalten, ihre Standpunkte und Forderungen mit politischen Entscheidungsträgern auszutauschen. Ihre Ideen müssen auch in die politische Praxis einfließen können. Inwieweit sie dort dann Beachtung finden, ist Sache der Politiker.


Mit welchen Beteiligungsformen arbeitet das Centrum für angewandte Politikforschung (CAP)?

Mit unserer politischen Jugend- und Bildungsarbeit knüpfen wir immer an den Interessen und Voraussetzungen der Teilnehmenden an. Das CAP setzt dabei auf kreative und aktivierende Methoden. Die Interessen der Jugendlichen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltungen. Zentraler Gedanke dabei: Die Beschäftigung mit Politik soll nicht belehrend wirken. Die Jugendlichen sollen ernst genommen werden. Sie müssen in der Lage sein, die Themen aus ihrem Blickfeld zu bearbeiten. Die Auseinandersetzung mit Politik, sonst oft ein hartes Brot, macht so durchaus Spaß und motiviert zu größerer Beteiligung. Von besonderer Bedeutung ist auch der Einsatz des Juniorteams. Hier arbeiten junge Menschen, die vom CAP als Multiplikatoren ausgebildet worden sind, mit anderen jungen Menschen zusammen. Der so genannte peergroup-Ansatz fördert das gemeinsame Lernen und schafft eine besondere Atmosphäre. Die Jugendlichen spüren: Wir können hier selbst etwas bewirken.


Können Sie die relevanten Themen der Zukunft einmal benennen?

Von besonderer Bedeutung für die Beziehung der EU zu ihren Bürgern, aber auch insgesamt für das Verhältnis von Politik und Bevölkerung, ist die Förderung einer aktiven Bürgergesellschaft. Die Frage ist doch: Wie gelingt es, die Menschen und vor allem auch junge Leute wieder näher an politische Ereignisse heranzuführen und das Engagement in Politik und Gesellschaft zu fördern? Ich denke, es ist wichtig, das Verständnis für politische Prozesse zu stärken, gleichzeitig aber auch die Möglichkeiten der Mitwirkung zu fördern. Dies gilt vor allem für die europäische Ebene, die viele EU-Bürger immer noch als „zu kompliziert“ und „unverständlich“ beschreiben. Über eine Ablehnung der Europäischen Union brauchen wir uns dann nicht zu wundern.


Mit einer gemeinsamen Europäischen Jugendpolitik will die EU die Jugendlichen der einzelnen Mitgliedssaaten fit für die Zukunft machen. Welchen Anteil leisten die Deutschen selbst?

Jugendarbeit und Jugendpolitik sind in der Bundesrepublik fest verankert und haben eine lange Tradition. Selbstverantwortung und Beteiligung von Jugendlichen haben bei uns schon immer eine große Rolle gespielt. Die Jugendverbände mit ihrem Engagement für Staat und Gesellschaft sind hierfür ein gutes Beispiel.

Allerdings müssen diese Beteiligungsformen auch weiterentwickelt und zukunftstauglich gestaltet werden. Wir brauchen neue Ideen, um Jugendliche zu erreichen, die sich ansonsten nicht öffentlich engagieren. Sicherlich gibt es in diesem Bereich gute Modellprojekte. Die große Herausforderung besteht jedoch darin, diese auch breitenwirksam einzusetzen.

Hinzu kommen die finanziellen Rahmenbedingungen – die sind in der Regel leider unzureichend. Viele Vorhaben scheitern eben doch am Geld. Dabei sind Investitionen in die Jugend ein unbestrittener Gewinn für die Zukunft unserer Gesellschaft. Was wir für die nationale Jugendpolitik also brauchen, sind mutige Zukunftsinvestitionen. Nur so können die vorhandenen Potenziale der Jugendlichen als eine ergiebige Quelle der Gesellschaft schöpferisch genutzt werden.

(Marco Heuer)

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